Der Stempel

Hier einige wissenswerte Details zum Thema Stempel.

Ein Stempel oder auch Stampiglie diente schon jeher die Funktion eines Werkzeuges. Eine Fläche mit erhobenen oder vertieften Buchstaben oder Figuren wird über ein Stempelkissen mit Farbe versehen, um die Figur auf einer Fläche aufzudrucken, bzw. dieses Motiv eventuell in ein weiches Material einzudrücken, wie etwa ein Prägestempel für Medaillen oder Münzen. Das aufgedruckte Zeichen galt als Qualitätsmerkmal einer Ware, als Merkmal des Ursprungs oder Bestätigung einer bezahlten Abgabe.

Verwendung von Stempeln

Stempel haben zwei Hauptfunktionen:

  • In erster Linie vereinfachen sie die Schreibarbeit, da ein wiederholt vorkommender Text in einem Arbeitschritt mit deutlicher Zeitersparnis auf Papier gebracht werden kann. Beispielsweise mit einem Firmenstempel, Adressstempel oder Datumsstempel.
  • Zur Vermeidung von Fälschungen werden Stempel verwendet. Meist runde Stempel dienen dann zur Beurkundung, ähnlich einem Siegel oder der Unterschrift.

Oft wird in der Verwaltung der Akt der Stempelung als Quittung für bezahlte Abgaben benutzt. So etwa mit dem Gebührenstempel. Diese Form der Bestätigung stammt aus dem Holland des 17. Jahrhunderts, und wurde durch die intensive Handels- und Reisetätigkeit gefördert. Wenn bei Geschäften der Zahlungspflichtige ein Schriftstück über die Bestätigung der Zahlung erhielt, kam Stempeltechnik zum Einsatz. Es wurde entweder gestempeltes Papier, Stempelbogen oder aber auch aufzuklebende Stempelmarken benutzt. Eine weitere Möglichkeit war die Verwendung von gestempelten Umschlägen (Banderolen, zum Beispiel bei Tabakverpackungen) die vor dem Öffnen zerrissen werden.

Bei Stempelbögen wird durch Beschreiben des Bogens die Entwertung herbeigeführt, und bei der Stempelmarke durch Ausdrücken eines Zeichens, oder durch das Durchstreichen unbrauchbar gemacht. Neben Papierprodukten können auch Gegenstände gestempelt werden, und mit diesem Akt die Zahlung einer Steuer oder einer Gebühr bestätigt werden. Beispiele wären: Weinfässer, Schnappsflaschnen, Sektflaschen, Zigarren- und Zigarettenpackungen, Kartenspiele, Edelmetalle oder Zeitungen.

Ein historisches Beispiel der Verwendung von Stempeln im Zahlungsverkehr wäre das Entwerten von Stempelpapier zwischen 1608 und 1624. Daraufhin entwickelten sich Stempelmarken durch den Papieraufschlagsstempel und in weiterer Folge Dimensionsstempel, Steuerstempel, Fixstempel, Steuerbanderolen, Gebührenstempel oder eben der Poststempel für Briefmarken.

Eine weite verbreitete Anwendung jüngerer Geschichte ist die Kennzeichnung von Besuchern mittels UV-Stempelfarbe bei gebührenpflichtigen Veranstaltungen. Die Besucher erhalten einen Stempelabdruck auf der Hand der nur unter UV-Licht sichtbar wird und die Stempelträger zum wiederholten Betreten der Veranstaltung ohne erneute Zahlungspflicht berechtigt.

Einige Hintergrundinformationen zu Stempeltechnik!

Stempelplatten werden üblicherweise aus flüssigem Fotopolmer oder Gummi durch sehr unterschiedliche Produktionstechniken hergestellt.

Die jüngste technologische Entwicklung in der Stempelproduktion ist die Lasergravur. Hierbei wird mittels eines Gummirohlings mit einem Laserstrahl der Text oder die Motive an den nichtdruckenden Stellen des Stempels herausgeschnitten.

Dadurch bleiben die Buchstaben stehen und der umgebende Bereich wird verdampft. Als nächster Arbeitsschritt wird die frisch geschnittene oder gelaserte Stempelplatte mit einem doppelseitig klebenden Moosgummi unterlegt, und dann auf das Stempelmedium (etwa ein selbstfärbender Stempel z.B. Trodat Printy oder Colop Printer, oder ein Holzstempel) aufgeklebt.

Bei der Stempelproduktion aus Fotopolymer wird das zähflüssige Polymer auf einem Trägermedium audgetragen (meist eine Folie) und über eine transparente Schutzfolie ein Negativfilm aufgetragen. Auf diesem Film sind die später druckenden Bereiche transparent. Als nächster Arbeitsschritt wird das Material mit UV-Licht bestrahlt, was eine Aushärtung der belichteten Stellen bewirkt, die unbelichteten Flächen bleiben jedoch flüssig, und stellen die nichtdruckenden Bereich dar. Das flüssige Material kann am Schluss ausgewaschen werden. Als letzter Arbeitsschritt wird eine Nachbelichtung vorgenommen, ebenso wie eine mechanische Weiterbearbeitung, ähnlich wie bei einem Gummistempel.